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TürkeiKuşadası

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Tempel der Artemis in Ephesos: So sieht eines der sieben Weltwunder heute aus

Interessante Tatsache: Auf dem Gebiet der heutigen Türkei liegen die Überreste gleich zweier der sieben Weltwunder der Antike. Wir haben uns die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und beide besucht (das erste Weltwunder war das Mausoleum von Halikarnassos). Heute erzähle ich vom Tempel der Artemis von Ephesos, der unweit des antiken Ephesos erbaut wurde.

1. Kurzer historischer Überblick

Der Tempel der Artemis wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. erbaut, zu Ehren der Schutzgöttin der Stadt (Ephesos), der Göttin Artemis. Der Kult dieser Göttin reicht dabei tief in die Vorzeit zurück – schon bevor die Griechen in diese Gegend kamen, wurde hier eine Göttin verehrt, die man „Große Mutter“ nannte. Die Griechen gaben ihr den Namen Artemis und errichteten ihr zu Ehren einen für damalige Maßstäbe riesigen, unfassbaren Tempel.

Artemis ist eine der bedeutendsten Göttinnen der antiken griechischen Mythologie: Schutzpatronin alles Lebendigen auf der Erde, Göttin der Jagd, der Keuschheit und der Fruchtbarkeit – schön, aber grausam.

Als Bauplatz wählte man einen höchst ungewöhnlichen Ort: einen Sumpf. Die Überlieferung erklärt das so: Bauten wurden hier häufig durch Erdbeben zerstört, und der Architekt hoffte, der feuchte Boden würde wie ein Stoßdämpfer wirken. Archäologen bestätigen nur die feuchte Umgebung und die Ablagerungen; die Absicht der Erbauer bleibt eine Legende. Der Tempel verschwand auch nicht auf einen Schlag: Über Jahrhunderte wurde er als Steinbruch abgetragen, und die Reste wurden bei den saisonalen Überschwemmungen mit Schlamm bedeckt.

Als der Tempel fertig war (der Bau dauerte fast 120 Jahre!), werden die Maße unterschiedlich angegeben – von 110–115 m Länge bei 55 m Breite bis zu 130 × 68 m, denn an dieser Stelle standen mehrere Tempel. Für den späteren zählt man rund 127 Säulen von etwa 18 m Höhe, für den früheren 106. Das Schauspiel war also wirklich beeindruckend.

In Istanbul konnten wir sehen, wie der Tempel früher tatsächlich aussah. Das ist eine Miniatur-Nachbildung des Artemis-Tempels aus dem Istanbuler Miniaturpark:

Nachbildung des Tempels der Artemis von Ephesos
Nachbildung des Tempels der Artemis von Ephesos

Interessant: Der Tempel erfüllte nicht nur seine eigentliche Funktion – er war auch ein Finanzzentrum. Hier wurde Geld aufbewahrt und Geschäfte abgeschlossen; das Heiligtum fungierte im Grunde als Bank.

Doch der Tempel stand nicht lange: Im Jahr 356 v. Chr. legte der Wahnsinnige Herostratos Feuer im Tempel der Artemis. Wichtige Konstruktionsteile bestanden aus Holz, deshalb blieben vom Tempel nur die Säulen übrig. Warum tat Herostratos das? Seinen eigenen Worten nach wollte er so für immer in die Geschichte eingehen. Und das gelang ihm – obwohl die Behörden von Ephesos verboten, seinen Namen zu nennen. Einer der Geschichtsschreiber schrieb den Namen des Wahnsinnigen dennoch auf, und so ging er in die Geschichte ein.

Der Tempel wurde wiederaufgebaut, aber entgegen einer verbreiteten Version nicht von Alexander dem Großen: Er bot zwar an, den Bau zu bezahlen, doch die Ephesier lehnten ab – der neue Tempel wurde erst nach seinem Tod errichtet. Im Jahr 263 n. Chr. plünderten ihn die Goten, und das Heiligtum verfiel allmählich.

2. Praktische Informationen

Vom einst prächtigen Tempel der Artemis ist heute nur wenig übrig – lediglich eine Säule, zusammengesetzt aus Bruchstücken. Erwarte also nichts Grandioses; es ist eben ein verlorenes Denkmal der antiken Welt.

2.1. Besuchszeit und Eintritt

Das Gelände wird nicht bewacht, du kannst es daher jederzeit frei betreten – es gibt weder feste Öffnungszeiten noch eine Kasse mit Eintrittskarten.

2.2. Lage und Anfahrt

Der Tempel liegt nahe der kleinen Stadt Selçuk, direkt am Ortseingang – du kannst also sogar zu Fuß hingehen. Ebenso kommst du mit dem Stadtbus (Dolmuş) von Kuşadası aus hin oder zu Fuß vom nahe gelegenen antiken Ephesos.

Es bietet sich an, zuerst nach Ephesos zu fahren und danach (wenn Zeit bleibt) noch zum Tempel der Artemis zu gehen. Soweit ich weiß, bieten viele Reisebüros genau solche Ausflüge an, bei denen man beide Orte besucht.

Lage auf der Karte:

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Wir sind zuerst nach Ephesos gefahren, durch die Ruinen gestreift und danach zu Fuß zum Artemis-Tempel gegangen. Anschließend erreichten wir in 5 Minuten die Haltestelle in Selçuk und fuhren mit dem Dolmuş zurück nach Kuşadası.

Übrigens ist der Weg von Ephesos zum Artemis-Tempel recht bequem – entlang der Straße verlaufen ein Gehweg und ein Radweg.

Die Allee für Spaziergänge von Ephesos zum Tempel der Artemis:

Artemis-Tempel in der Türkei

Kurios: Die Einheimischen kommen auf diese Allee zum Picknick – wir sahen gerade eine Familie, die mitten auf einem der Wege einen Teppich ausbreitete.

Den Tempel der Artemis wirst du garantiert nicht verfehlen, denn an der Straße steht ein Hinweisschild:

Artemis-Tempel in der Türkei

3. Was vom Tempel der Artemis übrig geblieben ist

Wir folgten dem Schild in der Hoffnung, eines der sieben Weltwunder zu sehen – und sahen das hier:

Artemis-Tempel in der Türkei

Massen von Touristen und ein riesiger Sumpf mit Tempeltrümmern. Warum nicht alle Steine unter Wasser verschwunden sind – ein Rätsel:

Artemis-Tempel in der Türkei

Der Grundriss des Tempels der Artemis:

Eines der sieben Weltwunder

Das ist alles, was von einem der sieben Weltwunder übrig ist. Übrigens waren die originalen Säulen 4 Meter höher als diese wiederaufgebaute Säule:

Eines der sieben Weltwunder

Und auf der Spitze der Säule leben heute Störche:

Artemis-Tempel in der Türkei

Ein Teil der Trümmer liegt auf dem Trockenen:

Eines der sieben Weltwunder

Außerdem gibt es auf dem angrenzenden Gelände wie an jedem touristischen Ort einen kleinen Souvenirladen.

Häufige Fragen zum Tempel der Artemis

Ist der Tempel der Artemis bis heute erhalten?

Nein. An der Stelle des Tempels liegt ein sumpfiges Gelände mit Trümmern, darüber ragt eine einzige Säule. Sie ist nicht als Ganzes erhalten: Sie wurde 1973 aus Säulentrommeln verschiedener Epochen zusammengesetzt, und die originalen Säulen waren etwa 4 Meter höher. Auf den Fotos in diesem Artikel siehst du genau das, was heute jeder Besucher vorfindet.

Wofür ist der Tempel der Artemis von Ephesos berühmt?

Er ist eines der sieben Weltwunder der Antike. Der Bau dauerte fast 120 Jahre; für den späteren Tempel zählt man rund 127 Säulen von etwa 18 Metern Höhe, für den früheren 106. Die Quellen geben die Maße unterschiedlich an – von 110–115 × 55 Metern bis 130 × 68 –, denn an dieser Stelle standen mehrere Tempel.

Welchen Zweck hatte der Tempel?

Der eigentliche Zweck war das Heiligtum der Artemis, der Schutzgöttin von Ephesos; der Kult an diesem Ort ist älter als die Griechen – vor ihnen wurde hier die Göttin „Große Mutter“ verehrt. Doch der Tempel diente auch als Finanzzentrum: Hier wurde Geld aufbewahrt und wurden Geschäfte abgeschlossen – das Heiligtum spielte also die Rolle einer Bank.

In welcher Stadt liegt der Tempel der Artemis?

Bei der Kleinstadt Selçuk in der türkischen Provinz Izmir, direkt am Ortseingang, ein paar Kilometer vom antiken Ephesos entfernt. Das Gelände wird nicht bewacht: keine Kasse, keine Öffnungszeiten, der Zutritt ist frei. Von Ephesos führt ein Gehweg mit Radweg dorthin.

Warum ist vom Weltwunder so wenig übrig?

Der Tempel verschwand allmählich. Im Jahr 356 v. Chr. zündete ihn Herostratos an, und da wichtige Konstruktionen aus Holz bestanden, blieben vom Gebäude nur die Säulen. Das Heiligtum wurde wiederaufgebaut, im Jahr 263 n. Chr. plünderten es die Goten; danach wurde es über Jahrhunderte als Steinbruch abgetragen, und die Reste wurden bei den saisonalen Überschwemmungen mit Schlamm bedeckt.

4. Fazit und Eindrücke

Natürlich hatte ich vom antiken Tempel etwas mehr erwartet als nur einen Sumpf und eine einzige Säule. Ich hatte vorher nichts über den Tempel gelesen und wollte einfach sehen, was von ihm übrig ist. Eigens dorthin zu fahren lohnt sich wohl kaum – es gibt nichts zu sehen, außer du willst den Ort einfach auf dich wirken lassen und dir vorstellen, wie alles früher aussah.

Aber nach einem Besuch von Ephesos kannst du durchaus hingehen – der Tempel liegt ganz in der Nähe, und der Weg ist malerisch und bequem. Erstaunlich, wie viel stärker die Natur ist als alles Menschengemachte: Was vor dem Bau des Tempels ein Sumpf war, ist es heute – fast zwei Jahrtausende später – immer noch.

Übrigens stand im Tempel eine ungewöhnliche Artemis-Statue, die es heute natürlich nicht mehr gibt. An einem versteckten Ort in Ephesos haben wir jedoch eine Kopie genau dieser ungewöhnlichen Statue gefunden (völlig untypisch für die Skulptur des antiken Griechenlands). Über unsere Reise nach Ephesos kannst du in diesem Artikel lesen.

Hast du schon einmal Weltwunder gesehen oder warst du an Orten, an denen sie einst standen? Welche Gefühle hast du an einem so bedeutenden Ort mit reicher Geschichte? Wo sollte man unbedingt gewesen sein? Erzähl es in den Kommentaren!