Der Andrássy út in Budapest ist einer der bekanntesten Orte der Stadt: ein prächtiger, rund 2,3 km langer Boulevard, der aus dem Zentrum von Pest zum Heldenplatz und zum Stadtpark Városliget führt. Unter ihm verläuft die älteste U-Bahn-Linie M1, und seit 2002 gehört der Boulevard zusammen mit dieser U-Bahn und dem Heldenplatz zum UNESCO-Welterbe. Am meisten lohnt sich ein Besuch im Monat vor Weihnachten oder zur Festivalzeit – an ganz normalen Tagen ist der Andrássy út einfach eine gewöhnliche Budapester Straße. Heute erzähle ich dir, wer den Boulevard gebaut hat, wie lange der Bau gedauert hat und was du dort heute sehen kannst – außerdem von dem Markt, auf den ich selbst gestoßen bin. Und du erfährst, was Stalin mit dem Boulevard zu tun hatte.
1. Kurzer geschichtlicher Überblick
Den neuen breiten Boulevard plante Ministerpräsident Graf Gyula Andrássy: Die schmale Király-Straße kam mit dem Verkehr vom Zentrum zum Stadtpark nicht mehr zurecht. Das Parlament genehmigte den Plan 1870, die Arbeiten begannen 1871. Für den Bau wurden alte Häuser abgerissen – rund zehntausend Menschen verloren vorübergehend ihr Zuhause. Die Häuser entwarfen verschiedene Architekten, darunter Miklós Ybl, der Architekt der Oper. Die Straße selbst war schnell fertig, die Bebauung dauerte länger: Die Wirtschaftskrise von 1873 bremste die Arbeiten, und das letzte Grundstück wurde erst 1885 bebaut. Zum tausendjährigen Jubiläum der Landnahme der Ungarn im Jahr 1896 wurde unter dem Boulevard die erste U-Bahn-Linie gebaut.
Feierlich eröffnet wurde der Boulevard am 20. August 1876 unter dem Namen Sugárút (Radialstraße); Mitte der 1880er-Jahre wurde er nach Ministerpräsident Andrássy benannt, unter dem der Bau begonnen hatte.
1950, unter der sozialistischen Regierung, erhielt der Boulevard den Namen Stalins – allerdings nicht für lange: Schon im Oktober 1956, während des Aufstands, wurde er in Boulevard der Ungarischen Jugend umbenannt.
Der Andrássy út in der Nähe der Oper:

Nach der Niederschlagung des Aufstands wagte man nicht, den alten Namen zurückzugeben: In allen verbleibenden Jahren des sozialistischen Ungarns hieß die Straße Boulevard der Volksrepublik. Erst 1990 wurde sie wieder zum Andrássy út.
Von Ende der 1980er-Jahre bis 1996 wurde der Boulevard umfassend saniert. Erneuert wurden sowohl die Straße und die angrenzenden Bereiche als auch die unterirdischen Leitungen, einschließlich der U-Bahn. Seitdem finden hier häufig Veranstaltungen, Ausstellungen und Märkte statt.
2. Nützliche Informationen
2.1. Wo der Andrássy út liegt
Der Andrássy út liegt zwischen dem Heldenplatz und dem Deák-Ferenc-Platz – eine konkrete Adresse hat er natürlich nicht. Er beginnt an der Bajcsy-Zsilinszky-Straße, nur wenige Schritte vom Deák-Platz entfernt, kreuzt am Oktogon den Großen Ring und mündet in den Heldenplatz.
Die Lage des Boulevards auf der Karte:
2.2. Anreise
Am einfachsten erreichst du den Andrássy út über den Deák-Ferenc-Platz oder den Heldenplatz – die Straße verbindet genau diese beiden Plätze. Du kannst auch vom Erzsébet-Platz aus losgehen, allerdings bist du bis zum Heldenplatz etwa 30 Minuten zu Fuß unterwegs.
So kommst du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin:
- die U-Bahn-Linie M1 verläuft direkt unter dem Boulevard: Stationen Bajcsy-Zsilinszky út, Opera, Oktogon, Vörösmarty utca, Kodály körönd, Bajza utca und Hősök tere am Heldenplatz (am Deák Ferenc tér steigst du von den Linien M2 und M3 um);
- die Bushaltestelle heißt genauso; Stand Oktober 2026 halten dort die Linien 20E, 30, 30A, 105 und 230, werktags die Linie 210, am Wochenende die 210B, nachts die Linien 910 und 912 (die 105 hält außerdem sowohl an der Oper als auch am Oktogon);
- die Oberleitungsbus-Haltestelle trägt denselben Namen; hier halten die Linien 75, 79 und 81.
Mit dem Taxi erreichst du beide Enden des Andrássy út. Wenn du aber während eines Marktes dorthin willst, bestellst du das Auto besser im Voraus.
Den Andrássy út kannst du auch bei einer Fahrt im Hop-on-Hop-off-Bus sehen. Auf der roten Route von City Sightseeing gibt es laut Routenbeschreibung bei Tiqets (Stand Oktober 2026) entlang des Boulevards die Haltestellen Andrassy Avenue, Opera, Liszt Ferenc Square und Heroes‘ Square (Heldenplatz) – du kommst also problemlos an den Andrássy út. Diese Tour lohnt sich, weil du viele Sehenswürdigkeiten der Stadt siehst und an den interessantesten Stellen halten kannst: Aussteigen ist an jeder Haltestelle möglich, und während der Fahrt kannst du einen Audioguide nutzen. Der Preis des Tickets hängt vom Anbieter und von der Gültigkeitsdauer ab.
2.3. Besuchszeit
Den Andrássy út selbst kannst du jederzeit besuchen; die Öffnungszeiten der einzelnen Attraktionen, Märkte und ähnlicher Orte sind jeweils unterschiedlich.
3. Fotorundgang über den Andrássy út (Markt)
Ich war während der Reise mehrmals auf dem Andrássy út (er ist riesig!), aber den Markt habe ich nur in der Nähe des Heldenplatzes erlebt – am Tag des nationalen Pferderennens Nemzeti Vágta, als wir an diesem Artikel gearbeitet haben. Wichtig: 2026 findet die Nemzeti Vágta nicht in Budapest statt, sondern in Szilvásvárad (3.–4. Oktober) – den Rennmarkt am Heldenplatz gibt es in diesem Jahr also nicht. Auf dem Markt konnte man Streetfood, Souvenirs, Süßigkeiten und ungewöhnliche Handarbeiten kaufen. So sah es aus:
Bei so viel Auswahl an Geschmacksrichtungen möchte man am liebsten jede Süßigkeit probieren:

Auf diesem Foto sieht man in der Ferne genau den Heldenplatz und die Schlange vor den Essensständen:

Die Töpfe, in denen die Leckereien zubereitet werden, sind einfach riesig – hättest du die Kartoffeln probiert?

Und dieser Stand erinnert eher an einen thailändischen Markt – dieselben Chips und Getränke in knalligen Leuchtfarben:

Die Schlange – kaum durchzukommen:

In diesem Open-Air-Laden waren alle Waren aus Lavendel gemacht:

Sehr hübsch – vermutlich gibt es auch in Ungarn Lavendelfelder, was meinst du?

Seltsame Kunstblumen:

Süßgebäck als Souvenir – Honigkuchen ist übrigens nicht nur im russischen Tula eine nationale Leckerei:

Fast Food und ein stilisiert dekorierter Stand mit Chilischoten: sie kommen hier in praktisch jedes Fleischgericht, und die Paprikaschote gilt ohnehin als Nationalschatz – du kannst sie also sogar als Souvenir kaufen:

4. Was es sonst in der Nähe zu sehen gibt
Direkt neben dem Boulevard liegt der Heldenplatz, an den der Andrássy út grenzt. Auf dem Platz finden oft feierliche Veranstaltungen statt, es gibt also meist etwas zu sehen.
Auch der Stadtpark Városliget liegt ganz in der Nähe. Dort bin ich auf eine Ausstellung mit Militärtechnik gestoßen. Sie ist nicht dauerhaft zu sehen, aber der Park ist wunderschön – Teiche, Grünanlagen, Bänke und Cafés. Man kann den ganzen Tag spazieren gehen, Boot fahren, die Burg Vajdahunyad besichtigen oder auf den Turm steigen und den Park von oben anschauen.
Ebenfalls in der Nähe liegt das Museum der bildenden Künste. Es gibt viel Interessantes zu sehen – plane für den Besuch also mehrere Stunden ein. Es gibt dort zum Beispiel eine sehenswerte Ausstellung zum Alten Ägypten. Im Museum gibt es außerdem ein Café, in dem man gut zu Mittag essen kann, falls du auf dem Andrássy út nichts Passendes findest (2026 ist es dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet und nur für Besucher mit Eintrittskarte).
Einen Besuch wert ist auch der Budapester Zoo. Hier leben wirklich viele Tiere – laut Zählung, die der Zoo im Januar 2026 veröffentlicht hat, sind es 7452 Tiere aus 658 Arten. Seit Juli 2026 gibt es in der zentralen Halle des Biodoms außerdem die „Stadtoase“ (Urban Oasis) mit tropischen Pflanzen und etwa 30 lebensgroßen Modellen prähistorischer Reptilien; es gibt auch einen Streichelzoo. Besonders empfehle ich den Zoo, wenn du mit Kindern in Budapest bist.
5. Fazit
Der Boulevard grenzt an den Heldenplatz, und hier finden häufig Märkte und Festivals statt. Während meines Besuchs fanden auf dem Platz Pferderennen statt, deshalb wurde der ganze Andrássy út in einen riesigen Streetfood-Markt verwandelt – eine enorme Auswahl an unterschiedlichstem Essen, das man direkt dort essen kann. Das erinnerte mich an die Abendmärkte in Thailand.
Die beste Zeit für einen Besuch ist der Monat vor Weihnachten oder die Festivalzeit. An normalen Tagen ist der Boulevard eine ganz gewöhnliche Budapester Straße.
Und du? Magst du solche Märkte? Würdest du so ein Essen probieren oder gehst du lieber ins Café oder Restaurant? Erzähle mir von deinen Erfahrungen – besonders, wenn du schon einmal auf einer solchen Veranstaltung in Ungarn warst. Ich bin sehr gespannt auf deine Rückmeldung!
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Ich habe in Budapest übrigens Airbnb genutzt und in einer gemieteten Wohnung gewohnt – das war deutlich günstiger und bequemer.



