Bohol ist ein großartiges Ziel für Individualreisende: wunderschöne Natur, Einheimische, die Englisch sprechen, preiswertes Essen und sehr günstige Busse.
Womit sollte man auf Bohol sonst unterwegs sein, wenn nicht mit den einheimischen Bussen? Für mich war das eine Attraktion für sich! Auf den Philippinen gibt es gewöhnliche Überlandbusse mit geschlossenen Fenstern und Klimaanlage, aber auch welche ganz ohne Scheiben. Und diese zweite Sorte ist einfach großartig – diese Busse haben mich restlos begeistert 🙂 Nicht kalt wie in den gewohnten klimatisierten Bussen, aber auch nicht heiß, der Fahrtwind sorgt für herrlich frische Luft. Und weil es keine Scheiben gibt, entstehen tolle Fotos, und die vorbeiziehenden Landschaften wirken wie lebendig. In diesen offenen Bussen entsteht ein ganz besonderes Gefühl, mittendrin im einheimischen Leben zu sein.
Aber ja, Nachteile gibt es natürlich: rasantes Tempo, und in Kombination mit den schlechten Straßen (als wir diesen Artikel 2014 schrieben, lagen viele Straßen und Brücken der Insel nach dem schweren Erdbeben vom Oktober 2013 noch in Trümmern) fühlt sich das eher an wie ein Galoppritt auf dem Pferd – hopp-di-hopp, hopp-di-hopp …
Also, auf geht’s. Wie in Thailand sieht man auf den Philippinen oft solche Blumen- und Pflanzenläden; manchmal gibt es sogar Büsche in Form verschiedener Figuren und Tiere – fertig als Dekoration für den Garten:
Die Philippinen sind zwar ein armes Land, doch immer wieder kommen schöne Villen mit gepflegtem Grundstück in Sicht:
Die Buslinien führen mitten durch die Ortschaften, dicht an den Häusern vorbei, sodass das ganze Leben der Filipinos wie auf dem Präsentierteller liegt – man kann direkt in den Hof schauen:
Reisfelder – und rechts unten trocknet der bereits geerntete Reis in der Sonne:
Wir werfen einen Blick in den nächsten Hof:
Wir durchfahren die Stadt Loboc:
Und das ist der Fluss Loboc, auf dem man Bootsfahrten unternehmen kann – er hat eine einfach unglaubliche Farbe:
Eine der Schulen der Insel Bohol:
Alle Schulen (und wir kamen an etlichen vorbei) sehen ungefähr gleich aus: ein grünes Feld, ein Basketballplatz und ein eingeschossiges Schulgebäude, das sich entlang der Spielflächen zieht. Die Kinder tragen ausnahmslos Schuluniform, selbst in den kleinsten Dörfern.
Erstaunlich, wie beliebt Basketball auf den Philippinen ist! Neben den obligatorischen Basketballplätzen an den Schulen entdeckt man Basketballkörbe an den unerwartetsten Orten. Besteht ein Dorf auch nur aus ein paar Häusern, gibt es dort garantiert Basketballkörbe, und garantiert spielt gerade jemand mit Begeisterung. Es fiel wirklich ins Auge – ich weiß gar nicht, womit sich diese Liebe zum Basketball erklärt.
Eine prächtige Villa:
Und hier wieder ein Reisfeld, nur steht der Reis noch ganz am Anfang der Reife:
Eine der wenigen Kirchen Bohols, die damals erhalten geblieben waren. Eine katholische Kirche gibt es in jedem Städtchen, doch 2014 lagen viele noch in Trümmern – nach jenem Erdbeben vom 15. Oktober 2013, das die alten Gotteshäuser auf der ganzen Insel zerstört oder schwer beschädigt hatte. Seitdem werden die Kirchen wiederhergestellt: Die berühmte Kirche in Loboc wurde nach der Restaurierung am 16. Mai 2021 wiedereröffnet.
Neben den Fotos ist es mir auf einem Teilstück des Weges auch gelungen, ein Video aus dem Fenster eines typisch philippinischen Busses zu drehen. Die Kamera zittert heftig in meiner Hand – Tempo und Straßenzustand machen sich bemerkbar –, also bitte ich schon vorab um Nachsicht für die Qualität. Aber zeigen musste ich es unbedingt: Die Atmosphäre der Philippinen kommt großartig herüber, und im Bus läuft sogar passende, fröhliche Musik.
Also, sieh selbst:
Wenn du nach diesen Fotos Lust bekommst, unsere Reise nachzumachen, hier ein Überblick mit aktuellem Stand. Am einfachsten erreichst du Bohol über Cebu: Schnelle Fähren (zum Beispiel OceanJet) sind etwa zwei Stunden bis Tagbilaran unterwegs; im Oktober 2026 kostete ein Ticket in der Touristenklasse 960 Peso. Du kannst auch fliegen – seit Ende 2018 nimmt der neue Flughafen Bohol-Panglao auf der Nachbarinsel Panglao Flüge nach Bohol entgegen. Vor dem Abflug musst du das elektronische Formular eTravel kostenlos ausfüllen – das Bureau of Immigration der Philippinen bittet darum, dies spätestens 72 Stunden vor der Ankunft zu erledigen. Und noch zur Jahreszeit: November und Dezember sind auf den Philippinen noch Taifunzeit; bei Sturmwarnung lässt die Küstenwache keine Schiffe auslaufen, die Fähren bleiben an solchen Tagen also liegen.



