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SerbienBelgrad

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Knez Mihailova in Belgrad – die bekannteste Fußgängerzone der serbischen Hauptstadt

Die Straße des Fürsten Mihailo – auf Serbisch, auf Karten und in Adressen Knez Mihailova – ist die wichtigste Fußgängerzone Belgrads, der Hauptstadt Serbiens. Sie führt vom Platz der Republik zum Kalemegdan-Park und zur Belgrader Festung – das sind rund neunhundert Meter, etwa fünfzehn Minuten in gemächlichem Tempo. Autos fahren hier nicht, der Zutritt ist frei und zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Hier wimmelt es immer von Touristen, und in fast jeder Liste der Sehenswürdigkeiten Belgrads steht sie an erster Stelle. Was gibt es dort Interessantes? Komm, wir gehen sie gemeinsam entlang.

Nach unserer Ankunft in Belgrad – wir kamen aus der Türkei – wollten wir sofort den Geist einer europäischen Hauptstadt spüren und steuerten deshalb direkt das Herz der Stadt an: einen Spaziergang entlang der Knez Mihailova. Auf den Schildern, in Adressen und auf Karten steht sie auf Serbisch – Knez Mihailova –, und genau so musst du sie auch im Navi suchen, nicht mit dem deutschen Namen.

Diese Straße ist die klassische Flaniermeile der Stadt: Hier tummeln sich Künstler, Straßenmusiker und Souvenirverkäufer. Du kannst in einem der zahlreichen Cafés sitzen und die Passanten beobachten, shoppen gehen oder einfach entlangschlendern und dabei ein köstliches Eis essen.

Die Straße liegt mitten im Zentrum – zwischen dem Platz der Republik und dem Kalemegdan. Hier gleich eine Klarstellung zu einem Punkt, über den die Hälfte der Reiseführer stolpert (ich selbst übrigens auch): Eine „Festung Kalemegdan“ gibt es nicht. Kalemegdan ist der Name des Plateaus und des Parks um die Befestigungsanlagen, und die Belgrader Festung selbst liegt innerhalb dieses Parks. Richtig ist also: „Kalemegdan-Park und Belgrader Festung“. Hier ist die Straße auf der Karte:

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Und jetzt die beste Nachricht: Der öffentliche Nahverkehr in Belgrad ist kostenlos. Seit dem 1. Januar 2025 kostet die Fahrt auf den Stadtlinien nichts – keine Fahrscheine, keine Karten, keine Entwerter, einfach einsteigen und losfahren. Vom Flughafen fährt tagsüber der Bus 72 ins Zentrum bis Zeleni venac, nachts der 72N direkt zum Platz der Republik; vom Bahnhof Beograd Centar (er wird Prokop genannt) bringt dich der Bus 41A zum Studentski trg, vom Busbahnhof die Linie 95 ebenfalls nach Zeleni venac.

Danach orientiere dich nicht an den Liniennummern, sondern an den Haltestellen. Die Straße selbst ist Fußgängerzone, der Verkehr läuft parallel durch die Vase-Čarapića-Straße, und Haltestellen gibt es an beiden Enden: Trg republike am südlichen und Studentski trg am nördlichen Ende – dorthin fahren die Trolleybusse 28 und 29 sowie die Busse 31 und 41A. Direkt am festungsseitigen Ende verläuft durch die Pariska-Straße die Tram 2L – die einzige Tram in der Nähe der Straße; die Endhaltestelle der Trams 5 und 10, Kalemegdan (Donji grad), liegt noch rund sechshundert Meter weiter unten, unterhalb der Festung. Die Liniennummern im Zentrum Belgrads ändern sich wegen Bauarbeiten immer wieder, die Namen der Haltestellen bleiben.

Die Straße des Fürsten Mihailo:

Straße des Fürsten Mihailo

Das Straßenschild haben wir natürlich gefunden, aber es hat schon bessere Zeiten gesehen:

Straße des Fürsten Mihailo

Die Straße selbst ist dafür ziemlich hübsch – die Laternen mit Blumen sind einfach märchenhaft:

Straße des Fürsten Mihailo

Touristen gibt es hier immer sehr viele:

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

Von hier erreichst du bequem zu Fuß die zweite Fußgängerzone der Stadt – die Skadarlija, das sogenannte „Künstlerviertel“. Zähle nur vom richtigen Ende aus, und das gilt nicht nur für die Knez Mihailova: Die Skadarska-Straße selbst zieht sich fast sechshundert Meter; vom Platz der Republik bis zu ihrem unteren Ende sind es etwa 260 Meter, drei bis vier Minuten zu Fuß, bis zum oberen Ende beim Bajloni-Markt schon fast 800 Meter und rund zehn Minuten. Vom Kalemegdan-Ende der Knez Mihailova bis zur Skadarlija ist es fast ein Kilometer, etwa dreizehn Minuten. Hast du im Hintergrund nichts Ungewöhnliches bemerkt?

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

An jenem Tag – es war im Dezember 2015 – begegneten uns hier und dort ganz echte Transformer. Eine ständige Ausstellung dieser Art gibt es auf der Straße nicht – das sind Straßenkünstler und einmalige Aktionen; rechne also nicht fest mit einer Begegnung mit den Robotern, aber die Chance, auf so etwas zu stoßen, gibt es immer:

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

Beeindruckend, nicht wahr?

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

Noch einer:

Transformer in Belgrad

Endlich europäische Architektur!

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

Manche Fassaden der Häuser sehen gut aus, andere sind vollgesprüht. Schade, denn die Häuser hier sind wirklich historisch. Allerdings nicht aus dem frühen 19. Jahrhundert: Die heutige Straße entstand aus dem Stadtplan von 1867, und ihr Ensemble wuchs in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das ehemalige Hotel Srpska kruna (Haus Nr. 56) wurde 1869 erbaut, die Häuser Nr. 46, 48 und 50 in den Jahren 1869–1870, das Haus des Nikola Spasić (Nr. 33) im Jahr 1889, der Palast der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Nr. 35) 1924; es gibt an der Straße auch Häuser aus den späten 1950er-Jahren – das Haus der Presse (Nr. 6) wurde 1961 fertiggestellt. Die älteste Spur hier ist das Gasthaus Grčka kraljica (Nr. 51), das einzige Gebäude, das aus der Bebauung vor 1867 übrig geblieben ist: Das Lokal darin wurde 2007 geschlossen und erst im Juli 2025 wiedereröffnet. Zur Fußgängerzone wurde sie übrigens keineswegs schon im 19. Jahrhundert – die Autos verschwanden hier erst am 20. Oktober 1987, nach dem Entwurf des Architekten Branislav Jovin. Ihren Namen trägt sie seit 1870: Die Knez Mihailova war die erste Straße Belgrads, die einen offiziellen Namen erhielt, und sie hat ihn seitdem nie geändert:

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

Ein großartiger kleiner Balkon:

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

Ob die Belgrader selbst gern hierherkommen, weiß ich nicht – aber Touristen gibt es hier definitiv sehr viele:

Knez-Mihailova-Straße in Belgrad

Ein Pluspunkt der Straße des Fürsten Mihailo: Es gibt Bänke, auf denen du einfach sitzen kannst:

Die wichtigste Touristenstraße Belgrads

Ein Denkmal aus dem Jahr 1987:

Die wichtigste Touristenstraße Belgrads

Künstler stellen ihre Werke direkt hier aus:

Die wichtigste Touristenstraße Belgrads

Entlang der Straße reihen sich endlose Schaufenster der Geschäfte:

Die wichtigste Touristenstraße Belgrads

Es gibt auch Einkaufszentren. Allerdings ist das wichtigste davon auf diesen Bildern noch nicht zu sehen: Das Rajićeva in Haus Nr. 54 öffnete am 14. September 2017, fast zwei Jahre nach unserem Spaziergang. Heute sind die Geschäfte dort von 10 bis 22 Uhr geöffnet:

Die wichtigste Touristenstraße Belgrads

Ein lustiger Name für Popcorn:

Die wichtigste Touristenstraße Belgrads

Noch ein schönes Haus mit Statuen:

Die wichtigste Touristenstraße Belgrads

Eine interessante Entdeckung: Kaltes Leitungswasser wird hier einfach so getrunken – niemand kauft Filter oder Flaschen, man füllt sich die Flasche am städtischen Brunnen und geht weiter. Das ist keine lokale Sorglosigkeit: Der Belgrader Wasserbetrieb hat im Februar 2026 ausdrücklich bestätigt, dass das Wasser aus dem städtischen Netz im gesamten Stadtgebiet Belgrads zum Trinken und Kochen geeignet ist – es wird anhand von mehr als siebentausend Proben im Jahr kontrolliert. Wichtig ist dabei: Diese Aussage gilt für das städtische Netz Belgrads und nicht für „ganz Serbien“ – für Wasser aus irgendeiner Quelle oder einem Brunnen auf dem Land kann niemand eine solche Garantie geben, dort gelten eigene Kontrollen und eigene Verbote. In der Stadt kannst du also bedenkenlos trinken, aber nur aus einem eindeutig gekennzeichneten Trinkbrunnen:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Ein Buchladen:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Jedes Haus ist für etwas berühmt, überall Gedenktafeln und Büsten bekannter Persönlichkeiten:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Das tagsüber leere Café wird abends bis auf den letzten Platz gefüllt sein:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Die Preise in diesem Schaufenster stammen vom Dezember 2015 und sind längst nicht mehr aktuell. Betrachte dieses Foto also als historische Quittung, nicht als heutige Preisliste:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Wie gern hätte ich da einen Frozen Yogurt gehabt! Aber als wir dieses Schild sahen, hatte ich schon eine Kugel normales Schokoladeneis gekauft. Dabei hätte man nur hundert Meter weitergehen müssen:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Bilder, Souvenirs und anderer Krimskrams, der sich auf einer touristischen Fußgängerzone in jeder Stadt der Welt verkauft:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Da wären wir auch schon am Ende der Straße angekommen: Vor uns liegt der grüne Kalemegdan-Park, und in ihm die Belgrader Festung. Der Spaziergang durch den Park und über das Festungsgelände ist kostenlos, Kassen am Eingang gibt es nicht. Bezahlen musst du nur für einzelne Objekte im Inneren, und die Beträge sind klein: Römischer Brunnen 170 Dinar, Nebojša-Turm 270, Kasematten 400, Militärmuseum 350 Dinar. Im Uhrturm Sahat-kapija lassen dich Souvenirladen und Galerie kostenlos hinein. Eine wichtige Kleinigkeit, über die fast nirgends etwas steht: Seit Juni 2026 wird die Oberstadt der Festung nachts abgeschlossen – die Tore sind von 00:30 bis 04:30 Uhr geschlossen. Der Kalemegdan-Park und die Unterstadt sind zu dieser Zeit geöffnet, aber hinauf zum Pobednik-Denkmal kommst du nachts nicht mehr:

In der Straße des Fürsten Mihailo

Und schon jetzt kann ich sagen: Diese Straße hat sich als einer der angenehmsten Orte der Stadt für Spaziergänge erwiesen. Wenn du also jemals in Belgrad bist, schau unbedingt auch hier vorbei, um einen vollständigen Eindruck von der Stadt zu bekommen.

Und noch ein paar praktische Kleinigkeiten, die diesen Spaziergang deutlich erleichtern. Am südlichen Ende der Straße, direkt am Platz der Republik, steht das Nationalmuseum Serbiens: Es ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet (donnerstags und samstags von 12 bis 20 Uhr, an den übrigen Tagen von 10 bis 18 Uhr, Montag ist Ruhetag), die ständige Ausstellung kostet 300 Dinar, und jeden Sonntag von 10 bis 18 Uhr ist der Eintritt dorthin kostenlos – für mich die beste Art, mitten im Spaziergang dem Regen oder der Hitze zu entkommen. Und das ist nicht der einzige kostenlose Ort: Die Galerie der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Haus Nr. 35 lässt dich immer ohne Ticket hinein (außer montags, von 10 bis 21 Uhr, donnerstags bis 16 Uhr), und das Zepter-Museum in Haus Nr. 42 ist sonntags für alle frei. Sonntag ist also der lohnendste Tag hier, Montag der ruhigste: Montags sind Nationalmuseum, Zepter und die Galerie der Akademie geschlossen – an diesem Tag gehst du am besten einfach durch die Straße und über den Kalemegdan. Im Haus Nr. 56, wo auch die Stadtbibliothek untergebracht ist, gibt es ein Touristeninformationszentrum.

Wenn du nicht nur entlanggehen, sondern auch verstehen willst, was dich umgibt: Durch die Knez Mihailova und den Kalemegdan werden Stadtführungen zu Fuß mit einheimischen Guides angeboten – Programme, Preise und Zeiten ändern sich immer wieder.

Warst du schon in Belgrad? Bist du die Straße des Fürsten Mihailo entlanggelaufen? Berichte in den Kommentaren von deinen Eindrücken. Und abonniere unbedingt die Updates des Blogs – es kommen noch viele Artikel über Belgrad und andere serbische Städte.