Wir haben dir versprochen, über die Festung Kalemegdan zu berichten, die im alten Teil von Belgrad in der Nähe des Flusses liegt. Was kannst du hier unternehmen? Einen Spaziergang durch den oberen und den unteren Park und die Besichtigung der alten Festung. Von der Terrasse hast du einen tollen Blick auf den Fluss, die Neustadt und die Insel zwischen Save und Donau.
Die Festung war zuerst Eigentum des Römischen Reiches, ging dann an Ungarn über, war Hauptstadt eines serbischen Despoten, wurde von den Türken erobert … und kehrte schließlich zu Serbien zurück – nun allerdings als historische Sehenswürdigkeit.
1. Allgemeine Informationen zur Festung
Kalemegdan ist einer der ältesten Parks Europas. Er gliedert sich in einen oberen und einen unteren Teil. Im unteren Teil kannst du bei gutem Wetter spazieren gehen; hier gibt es einen Vergnügungspark für Kinder und einen Zoo.
Blick auf die Festung aus der Unterstadt:

Schon auf dem Foto siehst du, dass der Ausflug interessant wird. In der Oberstadt liegen die Festung, mehrere Museen und das Wahrzeichen der Stadt, der Pobednik (der „Sieger“). Früher hieß nur die Festung Kalemegdan, heute bezieht sich der Name auf den gesamten Park.
Touristenkarte von Kalemegdan:

Hier befinden sich außerdem mehrere Museen und Kirchen, deren Besuch wir dir empfehlen. Die Festung ist interessant, aber nicht sehr groß. Im Sommer finden auf ihrem Gelände oft Open-Air-Konzerte statt. Plane für den Rundgang durch Festung und Park 1,5–2 Stunden ein – mit Museumsbesuchen entsprechend mehr.
1.1. Geschichte im Überblick
Als dieses Gebiet zum Römischen Reich gehörte, trug die Festung den Namen Singidunum. Zur Erinnerung an diese Zeit heißt heute übrigens auch eine der Universitäten der Stadt „Singidunum“.
Einer der erhaltenen Türme:

Schon um das Jahr 441 wurde hier gegen Goten und Hunnen gekämpft, sodass das Bauwerk fast unbrauchbar wurde. Erst um 535 wurde es wiederhergestellt und übernahm wieder seine Verteidigungsfunktion.
Kalemegdan in voller Pracht:

Später gehörte Kalemegdan den Ungarn. 1284 erhielt der serbische König Dragutin Belgrad – er war mit der Tochter des ungarischen Königs verheiratet. 1404 übergab der ungarische König Sigismund die Stadt an den Despoten Stefan Lazarević, und Belgrad wurde erstmals Hauptstadt des serbischen Staates. Nach Stefans Tod 1427 fiel die Stadt erneut an die Ungarn.
Weg aus Kopfsteinpflaster – zum Spazieren etwas unbequem:

Sehr lange waren die Festung und ihr Gelände praktisch Belgrad selbst – die Bürger lebten hinter ihren Mauern unter dem Schutz der Wache. Im Jahr 1521 eroberten die Türken Stadt und Festung – so erhielt sie ihren türkischen Namen.
Die Festung im Miniaturformat:

Erst 1867 wurde sie wieder serbisch! In den Kriegen (dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg) wurde sie stark zerstört und musste erneut aufgebaut werden.
Heute sind der Park Kalemegdan und die Überreste der Festung ein Ort, an dem man gern spazieren geht. Auf dem Gelände gibt es mehrere Museen und eine Freiluftausstellung militärischer Technik; 2018, als wir diesen Artikel vorbereiteten, gab es am Stambol-Tor außerdem einen Kinderpark mit Dinosaurierfiguren. Einige Cafés und Restaurants liegen auf der Kalemegdan-Terrasse direkt über dem Zoo.
1.2. Lage
Die Festung liegt in der Altstadt. Orientierungspunkte sind die französische Botschaft, die österreichische Botschaft und der Belgrader Zoo.
Offizielle Website: www.beogradskatvrdjava.co.rs
Der Eintritt in den Park und auf das Festungsgelände ist kostenlos; bezahlen musst du nur für einzelne Objekte: Museen, den Nebojša-Turm und den Römischen Brunnen. Seit dem 3. Juni 2026 sind die Tore der Oberstadt von 00:30 bis 04:30 Uhr geschlossen; der Park Kalemegdan und die Unterstadt bleiben auch nachts geöffnet.
Lage auf der Karte:
1.3. Anfahrt
- Ein interessanter Spaziergang zu Fuß zur Belgrader Festung: Geh die Straße Kneza Mihaila in ihrer ganzen Länge bis zum Ende entlang. Sobald du die Straßenbahngleise überquert hast, bist du auf dem Kalemegdan.
- Mit dem Taxi: Sag dem Fahrer einfach „Kalemegdan“ – die Taxifahrer verstehen dich selbstverständlich richtig.
- Mit der Straßenbahn: Linie 2L bis zur Haltestelle „Kalemegdan“ oder die Linien 5 und 10 bis zur Endhaltestelle „Kalemegdan (Donji grad)“ an der Unterstadt. Die Linie 2 ohne Buchstabenzusatz verkehrt derzeit nicht (geprüft nach Angaben des städtischen Verkehrsbetriebs im September 2026). Der öffentliche Nahverkehr in Belgrad ist seit dem 1. Januar 2025 für alle kostenlos.
- Mit dem Bus fährst du am besten zum Platz der Republik (Haltestelle „Trg Republike“, dorthin fährt zum Beispiel die Linie 24) und gehst von dort zu Fuß die Straße Kneza Mihaila entlang. Eine Bushaltestelle mit dem Namen „Kalemegdan“ gibt es nicht.
Park auf dem Festungsgelände:

2. Fotorundgang durch den Park
2.1. Auf dem Festungsgelände
Auf dem Gelände der Festung gibt es mehrere Museen:
- Militärmuseum mit einer Freiluftausstellung von Technik;
- Foltermuseum (Kasematten);
- Dino-Park für Kinder mit Dinosaurierfiguren: 2018 war er in Betrieb, doch seine eigene Website ließ sich im September 2026 nicht öffnen – erkundige dich also vor Ort;
- Galerie des Naturkundemuseums.
Ein besonders interessantes Bauwerk solltest du dir nicht entgehen lassen – das Leopolds-Tor. Du siehst es schon auf dem Weg zur Festung. Geh über die Holzbrücke über den Graben – und da steht es: ein massives steinernes Tor mit zwei Zinnentürmen:

Insgesamt durchschreitest du drei Torpaare – das Leopolds-, das Zindan- und das Despoten-Tor. Heute ist das leicht, denn die Festung empfängt Touristen mit Freude. Aber wie muss es den Feinden ergangen sein, die unter Überwindung von Gräben und anderen Hindernissen in den Kalemegdan eindringen wollten? Belgrad wurde gut bewacht.
Blick auf den Kalemegdan vom gegenüberliegenden Ufer:

Außerdem gibt es auf dem Gelände viele Bänke zum Ausruhen, Cafés und Restaurants sowie Tennisplätze im Inneren. Ja, wirklich – hier kannst du sogar Sport treiben.
Hast du schon einmal Sportplätze innerhalb einer Festung gesehen?

Ruzica-Kirche:

Im Sommer verschwindet sie vollständig unter einem Blätterdach:

Sie sieht sehr ungewöhnlich aus:

Hier befindet sich der Haupteingang:

Alte Tafel:

In der Ruzica-Kirche werden sehr gern Trauungen gefeiert:

Die Kerzenleuchter und die gesamte Innenausstattung sind äußerst ungewöhnlich: Alles wurde aus Granaten, Kugeln und Waffen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs gefertigt.
Die Ruzica-Kirche liegt direkt neben der Kapelle der Heiligen Petka; dort findest du auch eine Quelle. Das Weihwasser kannst du kostenlos mitnehmen oder gegen eine Spende nach eigenem Ermessen.
Kapelle der Heiligen Petka:

2.2. Militärmuseum
Sein Bestand umfasst 30.000 Objekte! Das Hauptthema sind natürlich Waffen und Kriegstechnik Serbiens aus verschiedenen Epochen der Geschichte.
Panzerausstellung:

Dazu kommen Auszeichnungen, Fahnen und Orden. Viele davon wurden dem Museum von ihren Besitzern geschenkt. Das Museum liegt im oberen Kalemegdan in der Nähe des Stambol-Tors.
Geh unter diesem Turm mit der Uhr hindurch und steige hinunter – du siehst sofort die Technikausstellung:

Das Interessanteste gibt es wohl im Freien: die mehr oder weniger moderne Kriegstechnik der Panzerausstellung. Im Inneren des Museums sind die kleineren Exponate zu sehen. Alles, was draußen steht, kannst du völlig kostenlos besichtigen. Der Eintritt ins Museum selbst kostet laut dessen Website im September 2026 350 Dinare (Schüler und Studenten 250). Geöffnet ist es von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr; Tickets gibt es bis 16:00 Uhr.
Übrigens begegnen dir militärische Exponate auf dem gesamten Gelände:

Alte Tore:

Auf den Exponaten herumzuklettern ist verboten, aber näher herangehen, fotografieren und die Geschichte berühren – das geht durchaus.
2.3. Nebojša-Turm
Berühmt ist er dafür, dass hier Rigas Feraios einsaß – ein bekannter griechischer Revolutionär. Heute ist der Nebojša-Turm ein Ort für Liebhaber moderner Kunst.
Die Ausstellungsräume verteilen sich auf alle vier Etagen des ehemaligen Gefängnisses. Das erste Stockwerk beherbergt eine Dauerausstellung, die Rigas Feraios gewidmet ist. Oft kommen ausländische Künstler hierher und stellen ihre Werke aus.
Und da steht er – ehemals Verlies, heute Galerie:

Wenn du moderne Kunst magst, solltest du den Turm unbedingt besuchen. Stand September 2026 ist er von Mittwoch bis Sonntag geöffnet; das Ticket kostet 270 Dinare (Schüler, Studenten und Rentner 150). Es ist zugleich die Gelegenheit, ein so bekanntes, wenn auch trauriges historisches Bauwerk von innen zu sehen.
2.4. Foltermuseum
Ein etwas seltsames Museum, in das Zartbesaitete und besonders Eindrucksfähige besser gar nicht erst hineingehen sollten. Als wir 2018 dort waren, kostete der Eintritt 300 Dinare; im September 2026 sind auf der Website der Festung 400 Dinare angegeben (Schüler, Studenten und Rentner 300). Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet, von November bis März nur für Gruppen nach Voranmeldung. Für dieses Geld bekommst du die Geschichte der Folter aus aller Welt zu sehen – mit Instrumenten und Maschinen.
Willkommen:

Viele Exponate widmen sich der Spanischen Inquisition im Mittelalter. Warum ausgerechnet hier dieses Museum untergebracht ist – ein Rätsel. Wir vermuten, es ist schlicht eine Unterhaltung für Touristen.
2.5. Ausblicke von der Festung
Vom Festungsgelände siehst du die Stelle, an der Save und Donau zusammenfließen. Im unteren Kalemegdan ist es im Frühling besonders schön – dann beginnen die Mohnfelder zu blühen, und die ganze Erde färbt sich rot.
Blick auf den Fluss:

Blick auf die Pobednik-Statue und Neu-Belgrad:

2.6. Galerie
Die Galerie ist ein kleiner Ausstellungssaal des Belgrader Naturkundemuseums am Kleinen Kalemegdan. Eine Dauerausstellung gibt es nicht – die Ausstellungen wechseln. Stand September 2026 ist die Galerie von Dienstag bis Sonntag geöffnet (bis zum 31. Oktober von 10:00 bis 21:00 Uhr, von November bis April bis 18:00 Uhr). Das Ticket für Erwachsene kostet 300 Dinare; donnerstags von 10:00 bis 12:00 Uhr ist der Eintritt frei.
Klein, aber interessant:

Am spannendsten ist es hier für Schulkinder. 2018, als wir dort waren, gab es Themenausstellungen zu:
- Schmetterlingen;
- Meteoriten;
- dem Weltraum;
- der Welt um uns;
- der Natur.
Damals wurden außerdem immer wieder spezielle Vorträge für Kinder veranstaltet. Im Sommer 2026 liefen in der Galerie die Ausstellungen „Fossilorama“ und „Mineralis – Pelagonisches Massiv“, die bis Mitte September zu sehen waren. Was gerade gezeigt wird, prüfst du am besten auf der Website des Museums.
2.7. Interessantes auf dem Gelände
Wenn dich der Durst plagt, musst du nicht gleich Wasser kaufen – aus solchen Trinkbrunnen kannst du trinken:

Vom unteren zum oberen Kalemegdan führt ein langer Weg – es geht eine alte Steintreppe hinauf, aber es ist ein interessanter Spaziergang.
Aufstieg zur Spitze der Festung:

Über solche Treppen empfehlen wir dir den Aufstieg:

Touristen finden immer ein Fotomotiv, oder?

Es ist ein aufregendes Gefühl, durch einen so engen Durchgang in der Mauer zu gehen – du stellst dir vor, wie die Menschen im Mittelalter hier lebten:

Der Park ist interessant gestaltet:

Moderne Dekoration im Park:

Und diese Statue war ein Geschenk Frankreichs an Serbien:

3. Fazit und Eindrücke
Wir empfehlen dir sehr, die Festung zu besuchen. Plane für den Rundgang 1,5–2 Stunden ein. Sie ist nicht nur eine historische Sehenswürdigkeit der Stadt, sondern auch ein sehr schöner Ort – hier spürst du den Geist des alten Serbiens.
Konak, die Sommerresidenz:

Kalemegdan macht einen starken Eindruck:

Man kann stundenlang durch solche mittelalterlichen Gassen schlendern:

Ausruhen kannst du dich auf der gemütlichen Kalemegdan-Terrasse – zu Mittag essen, einen Kaffee trinken oder dich aufwärmen, wenn du im Winter da bist. Natürlich ist es im Sommer deutlich interessanter, doch auch im Winter hat der Kalemegdan einen besonderen Charme.
Spaziergang entlang der Festungsmauern:

Wir empfehlen dir außerdem, zur Ruzica-Kirche hinabzusteigen – eine solche Innenausstattung findest du sonst nirgends: Leuchter und Dekorationen aus Kugeln, Granaten und Teilen militärischer Technik.
Blick auf den oberen Kalemegdan:

Warst du schon einmal in Belgrad? Hast du es auf den Kalemegdan geschafft? Schreib uns unbedingt von deinen Eindrücken des Festungsrundgangs.
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Wir haben in Belgrad Airbnb genutzt und in einer Wohnung gewohnt – das war günstiger und bequemer. Wenn du auch lieber in einer Wohnung statt in einem Hotel übernachtest, wirst du in Belgrad problemlos fündig.



