Bei der Vorbereitung jeder Reise gehört die Budgetplanung zu den wichtigsten Punkten. Eingerechnet werden sollte wirklich alles – von den Kosten für Anreise und Unterkunft bis zu den kleinen täglichen Ausgaben, die ein Budget erstaunlich schnell auffressen können. In diesem Artikel erzähle ich, was mich fünf Tage in Prag gekostet haben (genau so lange war ich dort), damit du dein eigenes Budget berechnen und deine Reise planen kannst.
Kurz gesagt: 2019 umfasste mein Budget für fünf Tage in Prag – ohne die Anreise – das Visum, die Unterkunft, eine Mehrtageskarte für den Nahverkehr, 16 kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten, eine Sightseeing-Tour und die Verpflegung. Die Beträge von damals nenne ich im Text jeweils mit Jahresangabe, soweit sie in Euro oder Kronen anfielen. Aktuelle Orientierungswerte (Stand: Oktober 2026): Das 72-Stunden-Ticket kostet 350 Kronen, der Airport-Express-Bus 200 Kronen und die Hauptroute der Prager Burg 450 Kronen.
1. Ausgangslage
Prag war Teil meiner zweiwöchigen Europareise: Nach Prag kam ich mit dem Bus aus Karlsbad (dorthin hatte ich einen besonders günstigen Flug gefunden), und von Prag flog ich weiter nach Budapest.
Ich war allein unterwegs, habe den öffentlichen Nahverkehr genutzt, so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich besucht, in einer günstigen Wohnung gewohnt, Frühstück und Abendessen selbst gekocht und mittags in Cafés gegessen.
Die Reise war insgesamt sparsam, aber maximal intensiv an Erlebnissen und besuchten Orten. In fünf Tagen habe ich die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten geschafft, das ganze Zentrum und einige weiter entfernte Viertel zu Fuß erkundet, Prag von oben gesehen, einen Rundgang mit Audioguide gemacht, die Dreharbeiten zu einem Film erlebt und die Stadt auf einer Rundfahrt erkundet.
Das Tanzende Haus haben wir direkt aus dem Fenster des Ausflugsbusses gesehen:

Am Ende des Artikels vergleichen wir das Budget einer selbst organisierten Reise mit dem Kauf einer Pauschalreise – doch zunächst im Detail zu meinen Ausgaben.
2. Visum beantragen
Bei meiner vorherigen Europareise war das Schengen-Visum exakt auf die Reisedaten ausgestellt worden, deshalb musste ich diesmal ein neues beantragen. Ich habe das Visum selbst über das tschechische Visazentrum organisiert und 2019 gleich ein Visum für mehrfache Einreisen mit einjähriger Gültigkeit bekommen.
Die Visumgebühr lag damals bei 35 Euro; dazu kamen die Serviceleistungen des Visazentrums und der Kurierversand des fertigen Passes. Seit dem 11. Juni 2024 beträgt die Konsulatsgebühr für ein Schengen-Visum 90 Euro für Erwachsene.
Brauchst du kein Visum oder hast bereits eines, streiche diesen Posten einfach aus deinem Budget!
3. Flüge und Transport
3.1. Flugtickets
Ich bin nicht direkt nach Prag geflogen: Ich wollte auf einer Reise mehrere Länder sehen und habe darum ein besonders günstiges Ticket nach Karlsbad gefunden. Von dort ging es mit dem Bus nach Prag, dann mit dem Flugzeug weiter nach Budapest und schließlich nach Mailand; mein Rückflug startete ebenfalls in Mailand.
Für das Prag-Budget zählen hier nur der Bus von Karlsbad nach Prag und der Flug von Prag nach Budapest.

Das Flugticket nach Budapest war 2019 tatsächlich spottbillig; ich habe nur einen Aufpreis für Priority Boarding gezahlt, damit ich beide Taschen mit in die Kabine nehmen konnte. Geflogen bin ich mit Ryanair und hatte gezielt nach Sondertarifen Ausschau gehalten.
3.2. Transfer
Beim Transfer geht es bei mir nur um das Ticket vom Prager Hauptbahnhof zum Flughafen – 2019 kostete es 45 Kronen. Angekommen bin ich am Busbahnhof und von dort direkt mit der Straßenbahn ins Zentrum gefahren. Heute (Stand: Oktober 2026) braucht der Airport-Express (AE) vom Hauptbahnhof zum Flughafen etwa 40 Minuten und kostet 200 Kronen; die normalen Fahrscheine des Prager Nahverkehrs gelten dort nicht. Günstiger geht es mit der Metro und Umstieg in den Stadtbus 100 oder den Trolleybus 59 – mit einem ganz normalen 90-Minuten-Ticket.
3.3. Öffentliche Verkehrsmittel
In Prag habe ich eine Mehrtageskarte und zusätzlich ein paar Einzelfahrscheine gekauft. 2019 konnte man im Fahrzeug selbst nicht zahlen (anders etwa in Karlsbad): Der Fahrschein musste im Voraus gekauft werden, und ein über die App gekauftes Ticket galt erst zwei Minuten später. Inzwischen stehen in Straßenbahnen, Stadtbussen und Trolleybussen Terminals: Ein Ticket für 30 Minuten, 90 Minuten oder 24 Stunden kaufst du direkt im Fahrzeug, allerdings nur mit kontaktloser Zahlung, und es gilt sofort. In der Metro bekommst du im Wagen keinen Fahrschein – nur vorab am Automaten oder in der App.
Moderne Straßenbahnen in Prag:

Ich hatte vorher schlimme Bewertungen gelesen, wonach Touristen fast täglich hohe Strafen aufgebrummt bekommen, und wollte kein Risiko eingehen.
2019 kostete mich die 3-Tages-Karte 310 Kronen, zusätzliche Einzelfahrscheine 80 Kronen. Stand Oktober 2026 kostet das 72-Stunden-Ticket 350 Kronen als Papierversion und 340 Kronen in der App PID Lítačka, das 24-Stunden-Ticket 150 bzw. 140 Kronen, das 30-Minuten-Ticket 39 bzw. 36 Kronen und das 90-Minuten-Ticket 50 bzw. 46 Kronen.
4. Unterkunft
In Prag habe ich in einer Wohnung gewohnt, die ich 2019 über Airbnb gemietet habe. Sie liegt zwar etwas weit vom Zentrum entfernt (Stadtteil Prag 6), aber mit meiner Fahrkarte war der Weg ins Zentrum überhaupt kein Problem. Probleme gab es dagegen mit der Wohnung selbst.
Die Wohnung in Prag:

Ausgewählt habe ich die Wohnung nach Bewertungen, Fotos, Infrastruktur und natürlich dem Preis: Zum Buchungszeitpunkt war sie eine der günstigsten Wohnungen mit vernünftigem Standard, die zu meinen übrigen Kriterien passte. Ich habe dort vier Nächte verbracht; im Preis waren bereits alle Gebühren enthalten.
Im Zentrum wären Miete oder Hotel um ein Vielfaches teurer.
5. Sehenswürdigkeiten
Das ist wohl der spannendste Posten! In fünf Tagen habe ich in Prag so viele Sehenswürdigkeiten gesehen, dass ich die Fotos vermutlich ein Jahr lang sortieren werde.
Ich habe lange überlegt, ob ich die Touristenkarte Prague Card nehmen soll (ähnlich der Budapest Card oder der Milano Card), habe sie dann aber doch nicht gekauft. Warum nicht? Eine Rabattkarte liegt bei so vielen Sehenswürdigkeiten ja eigentlich nahe.
Aber bei so einer Karte muss man alles genau nachrechnen – und für die Auswahl an Sehenswürdigkeiten, die ich besuchen wollte, brachte sie mir schlicht keinen Vorteil, zudem ist ihre Gültigkeit begrenzt.
Jetzt rechne ich zusammen, was die Sehenswürdigkeiten gekostet haben.
In jeder Stadt mache ich zuerst eine Sightseeing-Tour und erkunde danach alles auf eigene Faust. In Prag war es eine kombinierte Bus- und Fußtour: Im Grunde war es interessant, und in vier Stunden haben wir wirklich sehr viel gesehen. Einziger Nachteil: so viele Informationen auf einmal, dass man gegen Ende nichts mehr sortiert bekommt – Fakten und Ereignisse vermischen sich. Die Tour kostete mich 15 Euro (Preis von 2019).
Wie üblich war ein Teil der Sehenswürdigkeiten kostenlos, ein Teil kostenpflichtig.
Den Altstädter Ring zum Beispiel kann jeder völlig kostenlos besuchen:

Insgesamt habe ich 16 kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besucht, darunter den Königspalast, Vyšehrad, das Prager Loreto, das Nationale Technische Museum, das Observatorium, das Strahov-Kloster und den Zoo.
Für alle Eintrittskarten habe ich 2019 insgesamt 2235 Kronen ausgegeben; dazu kommen die Kosten der Sightseeing-Tour.
Zur Orientierung für Oktober 2026: Die Hauptroute der Prager Burg (Alter Königspalast, St.-Georgs-Basilika, Goldenes Gässchen, Veitsdom) kostet 450 Kronen, das Nationale Technische Museum 330 Kronen. Tickets für viele Museen und Sehenswürdigkeiten in Prag kannst du im Voraus online kaufen, zum Beispiel bei Tiqets.
6. Essen
Da ich in einer Wohnung wohnte, habe ich mir Frühstück (und manchmal auch Abendessen) selbst gekocht – zum Glück lag ein riesiger Supermarkt ganz in der Nähe. Mittags habe ich entweder unterwegs etwas gekauft oder in einem Café gegessen.
Ein günstiger, aber leckerer Snack:

Aus Zeitmangel bin ich oft in den Cafés der Museen eingekehrt. Das war vermutlich teurer, als gezielt nach günstigeren Adressen zu suchen, aber ich wollte schlicht keine Zeit verlieren. Die klassische Strategie – weg von den Touristenorten – habe ich also nicht genutzt.
Unterm Strich war die Verpflegung für fünf Tage 2019 richtig budgetfreundlich: ein Teil kam aus dem Supermarkt, der Rest ging in die Cafés.
7. Telefon und Internet
Mobilfunk brauchte ich für mobiles Internet und für Anrufe bei meiner Vermieterin – die Anrufe machten übrigens den größten Teil der Kosten aus. Das Internet nutzte ich für Google Maps, Audioguides, Recherchen und Instagram; für Skype und das Hochladen vieler Fotos in die Cloud nahm ich das WLAN in der Wohnung.
Meine SIM-Karte hatte ich noch von der vorherigen Reise: eine Drimsim. Praktisch daran: keine Grundgebühr, du zahlst nur die verbrauchten Megabyte – in Tschechien sind das (Stand: Oktober 2026) 0,01 Euro pro Megabyte. Die Bedingungen haben sich seit 2019 allerdings geändert: Inzwischen gibt es bei Drimsim keine Rufnummer für Anrufe mehr, nur noch mobiles Internet, und wer die Karte 360 Tage lang nicht nutzt, dem werden ab dem 361. Tag 3 Euro pro Monat abgebucht.
2019 habe ich für Telefon und Internet etwa 7 Euro ausgegeben (die SIM-Karte selbst musste ich ja nicht mehr kaufen).
8. Reiseversicherung
Eine Versicherung abzuschließen ist Pflicht: Ohne sie gibt es keine Einreise in den Schengen-Raum. Ich habe meine Versicherung diesmal über das Internet abgeschlossen.
Abschließen kannst du eine Versicherung auch direkt im Büro der Versicherungsgesellschaft (macht das noch jemand?), bequemer ist es aber natürlich online. Übrigens enthalten manche Bankkarten eine kostenlose Reiseversicherung – prüfe, ob deine dazugehört. Dann musst du keine zusätzliche kaufen.
Praktisch an Vergleichsportalen: Sie suchen Angebote mehrerer Versicherer gleichzeitig, und du kannst Bedingungen, Preise und Leistungsumfang direkt vergleichen.
9. Sonstiges (Einkäufe, Gepäckaufbewahrung)
Souvenirs und Geschenke habe ich in Prag leider nicht gekauft – es standen noch mehrere Flüge an, und ich wollte meine Taschen nicht vorab vollstopfen.
In diese Kategorie fallen darum nur zwei Dinge: die Gepäckaufbewahrung, in die ich am ersten und am letzten Tag meinen großen Rucksack gegeben habe – 5 Euro über den Dienst bagbnb, den ich damals zum ersten Mal nutzte – und die kostenpflichtigen Toiletten, meist 10 Kronen (Preise von 2019).
Die Gepäckaufbewahrung am Prager Hauptbahnhof:

10. Was kosten fünf Tage in Prag unterm Strich?
Was habe ich also insgesamt für meine Städtereise nach Prag ausgegeben? In meiner Abrechnung von 2019 steckten wirklich alle Posten – nur die Anreise nicht, die sonst ein gewichtiger Teil des Budgets ist. Was Fahrscheine und Eintritte heute kosten, steht in den Abschnitten oben (Stand: Oktober 2026).
Und was kosteten damals fertige Pauschalreisen? Lohnte es sich überhaupt, auf eigene Faust zu reisen? Vergleichen wir die Preise von 2019: Das günstigste Pauschalangebot für vier Nächte enthielt den Flug, die Übernachtung in einem 3-Sterne-Hotel, den Transfer und eine einfache Versicherung.
Nicht enthalten waren die Visumkosten, die Verpflegung (nur Frühstück war eingeschlossen), Ausflüge und Eintritte.
Zog ich von meinem Budget für die selbst organisierte Reise genau diese Posten ab, blieb ich unter dem Pauschalpreis – und das bei mehr Komfort, denn ich wohnte in einer Wohnung statt in einem einfachen Hotel. 2019 war die Selbstorganisation also selbst bei so einem kurzen Trip die günstigere Variante.
Bei einer längeren Reise von 10 bis 14 Tagen wächst der Vorteil sprunghaft – und in der Zeit lassen sich gleich mehrere Länder besichtigen. Du hast ja gesehen, wie günstig 2019 Flüge etwa nach Budapest zu haben waren; so wird daraus ein noch interessanteres Reiseprogramm.
Und du? Zählst du deine Ausgaben auf Reisen zusammen? Verrate deine Budgets in den Kommentaren! Wobei sparst du normalerweise, und worauf kannst du nicht verzichten? Teile den Artikel gern mit Freunden in den sozialen Netzwerken – ich denke, auch für sie ist er nützlich!



